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Die Formierung einer ökologischen Klasse

#analyse #spw

Heft 03/26

Nikolaus Kowall (c) Markus Sibrawa

Foto: © Markus Sibrawa

Nikolaus Kowall ist Hochschullehrer für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft & Gesellschaft in Wien und engagiert sich ehrenamtlich in der SPÖ Wien.

VON nikolaus kowall

Der österreichische Ökonom Nikolaus Kowall argumentiert: Die planetare Krise rekonfiguriert alle bisherigen (partei)politischen Deutungsmuster. Das progressive Spektrum sollte sich darauf konzentrieren, mithilfe der entstehenden „ökologischen Klasse“ neue Bündnisse zu schmieden und die darin liegenden sozio-ökonomischen Potentiale zu heben.

Der Hitzesommer 2026 kann als ein weiteres Indiz für die Erkenntnis von Latour und Schultz (2022) gewertet werden, wonach die Ökologie die zentrale politische Frage unserer Zeit ist, entlang derer sich politische Fragen und ideologische Lager neu sortieren. Eine Einsicht die viele Progressive – von Linksliberalen über Sozialdemokrat:innen bis zu Marxist:innen zu lange ignoriert haben.

Die deutschen Grünen mögen die Agenda 2010 mitgemacht und sich bei Themen wie Energiearmut mehr für die Energie als für die Armut interessiert haben. Spätestens jetzt, wo unsere Lebensgrundlagen buchstäblich vor unser aller Augen verbrennen, ist aber klar: Sie hatten mit ihrem konstitutiven Thema recht. Nachhaltigkeit ist die Herausforderung unserer Zeit. Darum übernehmen Grüne in Teilen Europas sukzessive die Führung im geschwächten Mitte-links-Lager.

Dabei gäbe es in Zeiten, in denen konservative Parteien mit Rechtsradikalen und liberale Parteien mit libertären Antidemokraten flirten, durchaus Raum für eine progressive Mehrheit. In Milieus gedacht, könnten mittelständische Maschinenbauer, die Wechselrichter für Solarstrom herstellen, nicht nur mit ihrem eigenen Betriebsrat eine Allianz bilden, sondern auch mit Krankenhauspersonal, das mit Hitzeanpassungsmaßnahmen zu kämpfen hat, sowie mit urbanen Linken, die autofreie Innenstädte wollen. Dies wäre, um erneut mit Schultz und Latour (2022) zu sprechen, die Organisation einer ökologischen Klasse.

Hinderlich auf dem Weg zu dieser Allianz sind nicht nur Klischees und Feindbilder, sondern auch weltanschauliche Gräben. Da Klimapolitik primär Wirtschaftspolitik ist, sind die tradierten Bruchlinien besonders tief. Darum müssten die beteiligten Gruppen Überzeugungen neu konfigurieren und historischen Ballast über Bord werfen. Vor allem müssen sie lernen, zu differenzieren: Wann fungiert der Markt als Entdeckungsverfahren? Wo braucht es Regulierung, um die Innovationskraft der Unternehmen zu lenken? Wann braucht es keynesianische Nachfragesteuerung? Welche Rolle spielt Umverteilung?

Die planetaren Grenzen

Erhebliche Teile der Linken haben die Tragweite der ökologischen Dimension nicht annähernd internalisiert – und halten an Forderungen nach unendlich skalierbarem Lebensstandard für dann alle fest. Aus ökologischer Perspektive ist aber schon der Konsum eines typischen Haushalts in Westeuropa absoluter Luxus. Man bräuchte 2,5 Erden, um den Ressourcenverbrauch der deutschen Mittelschicht auf die gesamte Menschheit auszuweiten (Global Footprint Network 2026). Nachdem die Linke 150 Jahre für mehr gekämpft hat, muss sie jetzt einen sparsameren Umgang mit natürlichen Ressourcen vermitteln. Damit macht man sich keine Freunde, weshalb die Grünen in vielen Milieus, gemäß dem Prinzip „kill the messenger“, als Feindbild herhalten müssen.

In diesem Lichte muss die gewerkschaftlich-sozialdemokratische Linke verinnerlichen, dass quantitatives Wachstum im 21. Jahrhundert keine Lösung sozialer Konflikte mehr ist. Keynesianische Wirtschaftspolitik ist eine effektive Krisenfeuerwehr sowie eine Möglichkeit, Binnenmärkte zu stärken. Als ewige konsumsteigernde Wachstumsmaschine hat sie ausgedient. Diese Erkenntnis reichte in der Sozialdemokratie der 1980er-Jahre bis ins Grundsatzprogramm (Kowall 2018). Auch zeitgenössische keynesianische Denkschulen wie die Modern Monetary Theory (MMT) sind kein ökonomisches Allheilmittel. Sie legen richtungsweisend offen, dass die Rolle des privaten Finanzsektors für die volkswirtschaftliche Finanzierungsfunktion oft überschätzt wird. Ihr Fokus auf monetäre Steuerungsmechanismen suggeriert aber eine Entkoppelung von den realen, endlichen Ressourcen der Erde – eine Prämisse, die angesichts planetarer Grenzen physikalisch unmöglich ist.

Die Bewegungslinke wiederum muss verstehen, dass Umverteilung nur ein Bestandteil, nicht aber die Essenz der ökologischen Frage ist. Der renommierte World Inequality Report 2026 beziffert den Anteil des obersten Prozents an den globalen konsumbezogenen Emissionen auf rund 15 Prozent (Piketty et al. 2026). Das ist eine erhebliche Überrepräsentation. Allerdings umfasst das globale Top-1-Prozent rund 90 Millionen Menschen und damit ein Vielfaches der weltweit etwa 3.500 Milliardäre. Die Top-10-Prozent umfassen bereits rund 900 Millionen Menschen. Auf diese Gruppe entfällt zwar fast die Hälfte der konsumbezogenen Emissionen, sie reicht aber weit in die Mittelschichten wohlhabender Industriestaaten hinein. Viele Facharbeiter:innen in Deutschland gehören bei den konsumbezogenen Emissionen zu den globalen Top-10-Prozent.

Quelle: World Inequality Report 2026

Steigende Einkommen übersetzen sich nicht eins zu eins in Konsum, weil insbesondere an der Spitze ein erheblicher Teil gespart und veranlagt wird. Konsumausgaben sind daher weniger ungleich verteilt als Einkommen und diese wiederum weniger als Vermögen. Die exorbitante globale Vermögensungleichheit lässt sich daher nicht auf konsumbezogene CO₂-Emissionen übertragen.

Neben der konsumbezogenen weist der Report eine eigentumsbezogene Verteilung der Emissionen aus. Hier ist die Konzentration wesentlich größer: Dem vermögendsten globalen Prozent werden 41 Prozent, den vermögendsten zehn Prozent 77 Prozent der Emissionen zugerechnet. Nur bleibt diese Zurechnung ohne Blick auf den Verbrauch unvollständig. Stahlwerke oder Rechenzentren produzieren nicht primär für den persönlichen Konsum ihrer Eigentümer:innen, sondern für ihre Kund:innen. Würde man diese Anlagen morgen gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilen oder vollständig in öffentliches Eigentum überführen, würde sich ihre statistische Eigentumsverteilung radikal verändern – ihr CO₂-Ausstoß jedoch um keine einzige Tonne. Um es zuzuspitzen: Die Konzerne gehören zwar wenigen, produzieren aber für viele. Insofern lässt sich die ökologische Frage keineswegs auf Verteilungsfragen reduzieren.

Wir brauchen also unabhängig von Technologie und Eigentumsfragen eine Veränderung des Konsumverhaltens. Die gute Nachricht ist, dass die Überwindung der fossilen Wirtschaft technologisch schon viel weiter ist als politisch. Der Weltklimarat hat wegen der globalen Energietransformation die Wahrscheinlichkeit des bisherigen Worst-Case-Szenarios der Erderhitzung kürzlich herabgestuft (Umweltbundesamt 2026). Die schlechte Nachricht ist, dass die Biodiversitätskrise ein mindestens ebenso hohes Risiko birgt. Wie wir Haushaltsgeräte verschleissen, Urlaube gestalten und Kindergeburtstage als Kunststofforgien zelebrieren, ist nicht nachhaltig. Die Anpassung von Fleischkonsum, Individualverkehr, Fast Fashion und Zersiedelung an ihre realen gesellschaftlichen Kosten ruft in den westlichen Mittelschichten enorme Widerstände hervor. Fossile Lobbys, einige Silicon-Valley-Milliardäre sowie von beiden Gruppen finanzierte Rechtsradikale erklären Konsumentensouveränität zur Essenz von individueller Freiheit, bekämpfen die Transformation durch Desinformation und mobilisieren weltweit Feinde der Demokratie (Stöcker 2024). Ihre mediale Macht zu begrenzen, ist klima- wie demokratiepolitisch relevant – das ist aber keine genuine Verteilungsfrage im ökonomischen Sinne.

Wenngleich die Verteilungsfrage nicht die Essenz der ökologischen ist, ist sie ein integraler Bestandteil ihrer Lösung. Und zwar in zweifacher Hinsicht: Erstens muss es alle treffen, um die Diskussion über Einschränkungen überhaupt führen zu können. Die Superreichen in ihrer Verschwendung – Privatjets, Superyachten etc. – einzuschränken, ist eine Mindestvoraussetzung dafür. Zweitens geht es um den Übergang: Selbst Optimist:innen haben nicht damit gerechnet, wie wirtschaftlich Strom, Batteriespeicher oder E-Mobilität gegenüber fossilen Systemen werden (Meyer 2025). Trotz unvermeidbarer Einschränkungen können wir durch technische Lösungen und effizientere Organisation des Ressourcenverbrauchs – Stichwort Kreislaufwirtschaft – mit ziemlicher Sicherheit einen hohen Lebensstandard bei sinkendem Materialabdruck und CO₂-Neutralität erhalten. Dennoch erfordert der Umstieg erhebliche Investitionen. Ein Teil der Transformationskosten bleibt bei den Haushalten hängen. Hier braucht es Umverteilung von jenen, die sich Klimaneutralität leisten können, zu jenen, für die 25.000 Euro für eine Wärmepumpe eine Phantasiesumme sind.

Unabhängig von klassischer Umverteilung lässt sich an historische progressive Ideen mit postmaterieller Dimension anknüpfen. In den 1920er-Jahren konnte man sich den späteren Massenwohlstand nicht annähernd vorstellen, weshalb es weniger um „Luxus für alle“ ging als um Kultur, Hygiene, Gesundheit und Lebensqualität für alle. In den Gemeindebauten des Roten Wien wurden für jeweils Dutzende Bewohner:innen eine Großküche und ein Großwaschraum eingerichtet. Heute werden andere öffentliche Güter gefragt sein, aber Wohlstand über die Effizienz kollektiver Nutzung herzustellen, weist in eine relevante Richtung. Ein attraktives öffentliches Freibad kann beispielsweise die Errichtung von 50 privaten Swimmingpools obsolet machen. Weil sich die Klimakrise weder durch quantitatives Wachstum noch durch Umverteilung allein lösen lässt, sollten wir diese postmateriellen Denktraditionen wiederbeleben.

Die Marktkräfte nützen

Das Verhältnis der demokratischen Linken zum Markt war in den Nachkriegsjahrzehnten relativ klar: Märkte sind sinnvoll in der Gütererzeugung, in der Daseinsvorsorge sind sie dysfunktional; im Finanzsektor und Außenhandel brauchen sie starke Regulierungen. Während der neoliberalen Globalisierung wurden Märkte je nach Sichtweise Institutionen von nahezu göttlicher Schaffenskraft – oder Bestandteil einer ominösen Bedrohung. Die Weltfinanzkrise von 2008 und ihre sozioökonomischen Folgen bestätigten für viele letztere Perspektive.

Heute sehen wir jedoch, welche Kräfte Märkte entfalten können, wenn sie realwirtschaftliche Bodenhaftung haben. Skaleneffekte bei Solarmodulen, Batteriespeichern, Elektrolyseuren und Windkraftanlagen haben die Aussicht auf eine Welt ohne fossile Verbrennung drastisch verbessert. Dabei ist viel staatliche Grundlagenforschung im Spiel, kluge Regulierung etwa durch das deutsche EEG und gezielte chinesische Industriepolitik. Es handelt sich um Musterbeispiele für Mariana Mazzucatos (2013) Hinweis auf die erfolgreiche Verschränkung privaten und öffentlichen Agierens in der Wirtschaft. Wichtig ist aber anzuerkennen, dass Skalierung und Kostendegression Folgen unternehmerischen Innovationswettbewerbs waren. Damit sind wir wieder bei der Nachkriegssichtweise auf Märkte angelangt: Der Markt ist kein Selbstzweck, sondern ein Funktionsprinzip, das politisch wünschenswerte Ziele erfüllen kann (Kowall 2019).

Den Binnenmarkt stärken

Nachdem zwei Lehren für die traditionelle Linke herausgearbeitet wurden, gibt es noch eine wirtschaftspolitische Ableitung für Bürgerliche und Grüne. Ja, keynesianische Wirtschaftspolitik darf nicht Beefsteak-Sozialismus (Schumpeter) sein, bei dem der Pro-Kopf-Konsum Jahr für Jahr wächst. Aber wir brauchen sie, um die Dekarbonisierung der Produktion und den Umbau zur Kreislaufwirtschaft in Europa anzuschieben . Diese Zielrichtung war im Green Deal der EU bereits angelegt, wurde aber nicht mit der industriepolitischen Konsequenz Chinas durchgezogen, weshalb Europa nun mit Hüh und Hott strategiefrei dahinwankt.

Es geht dabei um den gezielten Aufbau bzw. Weiterentwicklung strategischer Branchen. Dabei wird unterschätzt, wo Europa bei der Transformation weit voraus ist. Mit einem erneuerbaren Anteil von 48% an der Stromproduktion liegt die EU 2025 noch deutlich vor China mit 37% (Ember 2026). Auch bei der Dekarbonisierung der Grundstoffindustrie, der Kreislaufwirtschaft und der Clean-Tech-Forschung ist die EU führend. Ökologische Regulierungen haben zudem internationale Standards gesetzt, die europäischen Unternehmen als „early adapters“ teilweise Wettbewerbsvorteile verschafften – Stichwort „Brussels Effect“.

Wie daraus industrielle Wertschöpfung entsteht, zeigt die österreichische Kreislaufwirtschaft. Strenge Deponievorschriften ließen neue Wertschöpfungsketten für Aufbereitung und Recycling entstehen und förderten einen spezialisierten Maschinenbau für Sortier-, Schredder- und Regranulierungsanlagen. Ähnliche industrielle Verflechtungen entstehen rund um die Energiewende: Österreichische Unternehmen produzieren Komponenten für Windkraftanlagen, Automatisierungselektronik, Leistungselektronik und Wechselrichter. Die ökologische Transformation bedeutet damit nicht bloß Einschränkung bestehender Produktion, sondern schafft neue industrielle Wertschöpfungsketten und hochwertige Arbeitsplätze. Auf europäischer Ebene geht es dabei um Millionen Jobs.

Die EU ist bekanntlich ein Regulierungsriese – Klimaneutralität 2050, Green Deal, CO₂ oder Lieferkettenregulierung –, aber ein Budgetzwerg: Der EU-Haushalt entspricht nur rund einem Prozent des BIP, während die Ausgaben des US-Bundeshaushalts bei knapp einem Viertel liegen. Mario Draghi (2024) betonte in seinem Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit den erheblichen zusätzlichen Investitionsbedarf für Dekarbonisierung, Energiewende und grüne Technologien. Im Vergleich zu den USA und China erschwerten Europas begrenzte fiskalische Kapazität die Mobilisierung dieser Investitionen.

Jedes Gramm Kupfer, das wir recyclen, und jede Kilowattstunde Strom, die wir selbst herstellen, verringern Europas Importabhängigkeit. Gleichzeitig lenken Investitionen vom Windpark bis zur Sortiermaschine für Kunststoff industrielle Kapazitäten auf den europäischen Binnenmarkt. Es geht nicht darum, die EU vom Weltmarkt abzukoppeln – das hätte fatale Konsequenzen. Das Ziel muss vielmehr sein, wirtschaftliche Dynamik nicht mehr primär aus dem Export, sondern stärker aus dem Binnenmarkt zu generieren. In diesem Kontext könnte man von einem ökologischen Akkumulationsregime sprechen (Kowall 2024). Regulierung allein wird dafür nicht reichen.

Dieser strategische Keynesianismus ist kein unendliches Programm zur Steigerung der privaten Nachfrage und zur Vergrößerung des sonntäglichen Schnitzels. Im Rahmen eines ökologischen Akkumulationsregimes ist er eine gezielte industriepolitische Strategie, um die Produktion zu dekarbonisieren und Europa wirtschaftlich an die Innovationsspitze zu bringen. Das hat nicht nur ökonomische Implikationen. Mehr Autonomie vom Weltmarkt bei Rohstoffen, Energieträgern und Schlüsseltechnologien bedeutet weniger außenpolitische Erpressbarkeit. Welches Level an Investitionen in Verteidigung und Resilienz vonnöten ist, ist eine gesonderte sicherheitspolitische Frage. Aber hohe Energieabhängigkeit kann durch Aufrüstung nicht wettgemacht werden (Götze & Joeres 2025). Das konsequente Vorantreiben der Energiewende, der Aufbau einer strategischen Kreislaufwirtschaft und nicht zuletzt die Rohstoffgewinnung in Europa sind sicherheitspolitische Basisaufgaben – lange vor Wehrpflichtdebatten und Ähnlichem.

Damit lässt sich die ökologische Klasse des 21. Jahrhunderts grob umreißen. Sie inkludiert die Belegschaft und die Eigentümer:innen (!) eines mittelständischen Unternehmens, das Fräsmaschinen für Windtürme herstellt. Sie inkludiert zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich mit Klimapolitik beschäftigen, von der Begrünung des Stadtteils bis zum Kampf gegen Hochseebohrungen nach Erdöl. Sie inkludiert Bundeswehroffiziere, die die Abhängigkeit von globalen Lieferketten verringern wollen. Sie inkludiert Erwerbstätige im Finanzsektor, die sich mit nachhaltiger Veranlagung beschäftigen. Und sie inkludiert alle Menschen, die wegen ausgetrockneter Brunnen oder überhitzter Wohnungen aus elementarem Eigeninteresse die Instandhaltung der Natur befürworten.

Die historisch gewachsenen und heute weitgehend antiquierten parteipolitischen Grenzen sind mit der politischen Organisation einer ökologischen Klasse nicht mehr vereinbar. Wer heute die Verteidigung der Demokratie gegen ihre Feinde als wichtigste politische Mission erachtet, den Klimawandel als bedeutendste gesellschaftliche Herausforderung ansieht und Europa als wirksamstes Instrument für beides, steht auf der Seite der ökologischen Klasse. Meinungsunterschiede wird es im Detail viele geben, über die man konstruktiv streiten kann. Aber die eigentliche politische Bruchlinie verläuft zu jenen, die der ökologischen Klasse feindselig gegenüberstehen.

 

Literaturverzeichnis

Draghi, Mario (2024): The Future of European Competitiveness. European Commission, Brüssel.

Ember (2026): Electricity Data Explorer: https://ember-energy.org/

Global Footprint Network (2026): National Footprint and Biocapacity Accounts. Global Footprint Network.

Götze, Susanne / Joeres, Annika (2025): Die Sicherheitslüge. Wie Europa sich mit Waffen schützen will – aber mit Öl & Gas erpressbar macht. Eine Streitschrift. oekom, München.

Kowall, Nikolaus (2018): „Kern-Axiome sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik. Eine historische Herleitung“. In: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, 3/2018.

Kowall, Nikolaus (2019): „Was ist eigentlich Sozialdemokratie?“. In: Perspektiven DS, 36. Jg., Heft 1.

Kowall, Nikolaus (2024): Raus aus der Globalisierungsfalle. Wie wir die sozial-ökologische Transformation schaffen. Kremayr & Scheriau, Wien.

Latour, Bruno / Schultz, Nikolaj (2022): Zur Entstehung einer ökologischen Klasse. Ein Memorandum. Aus dem Französischen von Bernd Schwibs. Suhrkamp, Berlin.

Mazzucato, Mariana (2013): The Entrepreneurial State. Debunking Public vs. Private Sector Myths. Anthem Press, London.

Meyer, Tim (2025): Strom. Über Nostalgie, Zukunft und warum der Markt uns alle reich macht. Books on Demand, Norderstedt.

Piketty, Thomas et al. (2026): World Inequality Report 2026. World Inequality Lab, Paris.

Stöcker, Christian (2024): Männer, die die Welt verbrennen. Der entscheidende Kampf um die Zukunft der Menschheit. Ullstein, Berlin.

Umweltbundesamt (2026): „Zu erwartende Klimaänderungen bis 2100“. Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/zu-erwartende-klimaaenderungen-bis-2100

2026-10-19T16:16:42+02:00
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