JAHRESREGISTER 2025

spw 264 – 03/2025
Rettet die Transformation
Der Begriff der sozial-ökologischen Transformation war der vielleicht wichtigste Begriff linker Politikansätze der vergangenen Jahre. Aber die Zeit, in der das Transformationsversprechen so etwas wie der Treibstoff linker Bewegungen war, ist vorbei. Der aktuelle Schwerpunkt geht der Frage nach, warum der Begriff der sozial-ökologischen Transformation so sehr an gesellschaftlicher Bindekraft verloren hat, und welche Schritte denkbar wären, um (wieder) zu gesellschaftlichen Bündnissen für eine solidarische Gestaltung von Wirtschaft und Umwelt zu kommen.
- Wie man die Diskurshoheit über das Konzept zurückerobern kann, fragt Sebastian Schmugler.
- Klaus Dörre skizziert in seinem Vortrag „Backlash! Krise, blockierte Transformation und gewerkschaftliche Antworten“ die Wiederkehr eines autoritären Liberalismus als Reaktion auf die konfliktreiche sozial-ökologische Transformation und entwirft mögliche Antworten.
- Steffen Liebig und Johanna Sittel analysieren, vor welchen Herausforderungen die Vision eines grünen Kapitalismus steht.
- Andrea Arcais fordert, die bisherige Transformation kritisch auf den Prüfstand zu stellen und Kai Burmeister, Gerri Kannenberg und Setareh Radmanesch zeigen, wie Baden-Württemberg sich in ein IndustrieLÄND der Zukunft transformieren kann.
- Silke Bothfeld und Henriette Pentschew legen dar, wie unterschiedlich Männer und Frauen von Klimawandel und Transformationsprozessen betroffen sind und stellen fest, dass Frauen nicht ausreichend Gehör in der Debatte finden. Eine stärkere weibliche Beteiligung an klimapolitischen Entscheidungen sei nicht nur demokratisch geboten, sondern könne auch zu effektiveren und nachhaltigeren Politikergebnissen führen.
- Im Interview mit Jakob Blankenburg, dem umweltpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, fragen wir nach seinem Blick auf den aktuellen Stand der Transformation: Er analysiert gemachte Fehler und beschreibt Möglichkeiten, wie es trotzdem gelingen kann, die Transformation zu retten und sozial gerecht zu gestalten.
- Außerdem analysiert Charlotte Echterhoff die algorithmisierte Öffentlichkeit und zeigt, dass für eine gemeinwohlorientierte Vision aktive und demokratische Gestaltung nötig ist: durch Regulierung, strategische Kommunikation und Medienbildung.
- Robin Busch fragt, ob es sich bei „antifaschistischer Wirtschaftspolitik“ nicht eigentlich um klassische sozialdemokratische Visionen handelt und welche Folgerungen sich daraus ergeben.
- Timo Grunden analysiert die NRW-Kommunalwahlen.
- Leon Billerbeck rezensiert Uwe Wittstocks „Karl Marx in Algier“ und Thilo Scholle drei Werke zu Spaltungslinien in der Sozialdemokratie vor und nach dem ersten Weltkrieg.
- Uwe Kremer und Kurt Hübner zeichnen Michel Agliettas Wirken nach und Arno Brandt zeigt die Aktualität von Karl Polanyis Denken.

spw 263 – 02/2025
Globale Kapitalismen
Mit dem Ende des Kalten Kriegs schien eine unipolare Weltordnung entstanden zu sein – doch diese Phase ist vorbei. Die USA haben an Dominanz verloren, China tritt als globale Macht auf den Plan, und auch Tech-Konzerne gewinnen geopolitischen Einfluss. Inmitten dieser Verschiebungen ringt die EU um strategische Handlungsfähigkeit. Diese Ausgabe fragt, wie sich Kapitalismus unter globalen Bedingungen verändert – je nach Region, Geschichte und politischer Kultur. Unsere Autor*innen analysieren, welche Modelle heute tragfähig sind und wie Europa seine Rolle im globalen Wettbewerb neu definieren kann.

spw 262 – 01/2025
Demokratie und Parteien im Umbruch
Vertraute Sicherheiten sind zerfallen, alte Gewissheiten greifen nicht mehr. Das Parteiensystem, über Jahrzehnte auf Stabilität getrimmt, zeigt tiefe Risse – und mit dem Aufstieg rechtsextremer Kräfte geraten nicht nur die linken Parteien, sondern das demokratische Fundament selbst unter Druck. Die Beiträge dieser Ausgabe loten aus, was dieser Moment der Instabilität für die politische Linke bedeutet. Sie fragen nach Ursachen, nach strategischen Perspektiven – und nach der Möglichkeit, inmitten postneoliberaler Orientierungslosigkeit eine neue, hegemoniefähige Erzählung zu entwickeln. Es geht nicht um nostalgische Rückblicke, sondern um die Suche nach Vorwärtsbewegung in unsicheren Zeiten.
