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Betriebliche Mitbestimmung und Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme (sogenannte „Künstliche Intelligenz“)
#analyse #spw
Heft 2/26

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Welf Schröter ist Initiator und Mitbegründer des gewerkschaftsnahen Personennetzwerkes „Forum Soziale Technikgestaltung“ im Jahr 1991; Langjähriges Mitglied im IT-Unternehmensnetzwerk „Baden-Württemberg: connected“; Mitbegründer des Technologie-Netzwerkes „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ der baden-württembergischen Landesregierung; Projektpartner in geförderten Technologievorhaben von BMBF, BMWi, BMAS, EU, Land Baden-Württemberg; Autor und Herausgeber zahlreicher fachlicher Aufsätze und fachlicher Bücher.
VON Arne Heise
Zusammenfassung
Der Autor geht der Frage nach, was die disruptive Besonderheit der KI ist, was daraus für den Anspruch an die Humanisierung der Arbeitswelt folgt, wie Beschäftigte darin eine Rolle spielen sollten und wieviel nötiger die nur durch menschliche Reflexionskraft zu leistende Ganzheitlichkeit gewahrt bleiben kann.
Solange Technik noch in der Assistenz verharrte, konnten die arbeitsweltlichen Erfahrungen den Bahnen ihrer Grundprägungen verbunden bleiben. Das Verhältnis von Mensch zu Materie setzte sich fort. Neue Geräte und die Automatisierungen vertieften und präzisierten die industriell geformten Arbeitskontexte hin zur „schlanken“ Betriebswirklichkeit. Das Prinzip Assistenztechnik wirkte darin kontinuierlich weiter und steuerte die Umwälzungen der „nachholenden Digitalisierung“.
Nach der Jahrtausendwende vollzieht sich mit der Digitalisierung hinter der Digitalisierung ein weiterer tiefgreifender, sich langsam beschleunigender Bruch in den Erfahrungswelten der arbeitenden Menschen. Nicht die technikinduzierten Wandlungsprozesse durch die mehr als ein halbes Jahrhundert alte sogenannte „Künstliche Intelligenz“ rütteln am Fundament der Arbeit. Es ist vielmehr der Übergang vom „Prinzip Assistenz“ zum „Prinzip Delegation“. Es ist der Schritt der Übertragung von Entscheidungssouveränität auf ein sich algorithmisch selbst veränderndes Softwaresystem.
Die Vollmachtstechnik bzw. „Delegationstechnik“ drohen, Grundlinien der bisherigen Hoffnungen auf eine „Humanisierung der Arbeit“ bruchstückweise außer Kraft zu setzen. Die Ungleichzeitigkeiten zwischen dem Bewusstsein zur Assistenzausumformung und dem Bewusstsein für Delegation-Gestaltung werfen weitreichende neue Fragen nach tatsächlich intelligenten sozialinnovativen Handlungsnotwendigkeiten auf. Nicht die Digitalisierung und nicht die sogenannte „KI“ lösen die vermeintlichen „Disruptionen“ aus. Es ist vielmehr der Bruch im menschlichen Denken und im Menschenbild selbst, der angesichts des Paradigmenwechsels von der „Assistenz“ zur „Delegation“ eine ganzheitliche Neuformulierung der „Handlungsträgerschaft Mensch“ als Subjektkennzeichen verlangt.
Die Dimensionen des Wandels bleiben jenen Akteuren der technologischen Moderne verstellt, die auf der Basis eines nahezu linearen Verständnisses von Digitalisierung argumentieren. Sie folgen der Chronik der Marketing-Vokabeln der letzten mehr als dreißig Jahre und halten nachfolgende Begriffe für einen qualitativen digitalen Optimierungsprozess der Arbeitswelten: „Neurocomputer“ / „Fünfte Generation“ (1988); „Informatisierung der Arbeit“ (1991); „Multimedia“ (1994); „E-Business“ / „E-Commerce“ / „E-Working“ / „E-Government“ (1998); „Smart Factory“ / „Smart Work“ (2005); „Industrie 4.0“ / „Arbeit 4.0“ (2011); „Künstliche Intelligenz“ (2018).
Diese Schlagworte waren vor allem technikbezogen und bündelten die Aufmerksamkeit in eine Technikzentrierung. Nicht der Umbau der Relationen von Mensch – Technik – Organisation standen im Vordergrund sondern Technik-Updates, Infrastruktur- und Plattform-Upgrades kennzeichneten die Oberfläche. In diesen Schlagworten gibt es keine Differenzierung zwischen Assistenz und Delegation.
Diese Unterscheidung wurde zuletzt zu einem zentralen Faktor der sozialen, präventiven, konstruktiven und partizipativen Technikgestaltung. Im Gegensatz zu markt- und vertriebsorientierten „Requirements“ spricht sich das bundesdeutsche Personennetzwerk „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) mit seinen mehr als 5.300 Frauen und Männern aus Betriebs- und Personalräten sowie Belegschaften für eine besondere Gewichtung der Assistenz- und Delegationstendenzen als erkenntnisleitend aus. Dazu bedarf es einer „antizipierenden präventiven Arbeitsgestaltung“.
Siegeszug des Prinzips Delegation in der KI
Stand Ende der achtziger und in den neunziger Jahren die Funktion „Assistenz“ noch im Zentrum des Digitalisierungswissens, so verschob sich der Schwerpunkt nach der Jahrtausendwende schrittweise zur Option digitaler „Delegation“. Es entfaltete sich die Häutung der Digitalisierung hinter der Digitalisierung. Während im assistierenden Vorgehen Technik als Werkzeug unter dem Primat menschlicher Souveränität und Entscheidungshoheit gefasst wird, taucht durch das „Prinzip Delegation“ dahinter ein grundlegend neues Verständnis von Digitalisierung auf. Als erreichbares Ziel formuliert nun ein einflussreicher Teil der IT-Community den Anspruch, die „Handlungsträgerschaft Mensch“ durch eine „Handlungsträgerschaft Autonome Software-Systeme“ (ASS) zu ersetzen. Hier steht nicht mehr die Unterstützung des arbeitenden Menschen im Kontext der sichtbaren Mensch-Technik-Interaktion als Mensch-Robotik-Assistenz oder bloße Gesicht-Display-Beziehung im Vordergrund. Erreicht werden soll zukünftig vielmehr die delegative Automatisierung des virtuellen, unsichtbaren und nicht haptisch erfassbaren Transaktionsraumes. Es geht nicht mehr um die Assistenz für den Menschen sondern tendenziell um die Delegation als Ersetzung des Menschen. Nicht die innerbetriebliche vertikale Wertschöpfungskette wird dabei dominant adressiert sondern die betriebsübergreifende horizontale Wertschöpfungskette.
Die Idee, ganze Auftrags- und Geschäftsprozessteuerungen algorithmisch in Echtzeit hinter dem Rücken des Arbeitenden realisieren zu lassen – wie in globalen Konzernen bereits erprobt – provoziert zum einen eine drastische Zunahme von Abstraktion sowie Komplexität und zum anderen die überwältigende Reduzierung einer sinnlich möglichen Nachvollziehbarkeit von Prozessen.
Hinzu kommt eine für das menschliche Bewusstsein ungeheure Überforderung im Blick auf Geschwindigkeiten. Bildlich gesprochen ist die Echtzeitverarbeitung von Steuerungsdaten und das Erzeugen von Steuerungsentscheidungen für das menschliche Bewusstsein nicht mehr zeitbezogen nachvollziehbar. Man könnte aus didaktischen Vermittlungsgründen unscharf formulieren, dass algorithmische Prozessteuerungen schneller ablaufen als menschliche Gedanken bzw. Entscheidungsfindungen.
Je mehr sich Softwaresysteme ihrer stochastischen Eierschalen entledigen und sich in neuronale Komplexe versetzen, desto fremder blicken diese Systeme auf ihre Ausgangssituation und auf ihr Entwicklungsteam zurück. Mehr noch: Je intensiver die algorithmische Datenverarbeitung sich in immer tiefere Verästelungen begibt, desto geringer wird die Beherrschbarkeit der Systeme durch die IT-Teams selbst.
Je mehr algorithmische Steuerungs- und Entscheidungssysteme sich zu sich selbst verändernden Software-Erscheinungen wandeln, desto geringer wird deren Prozessdokumentierbarkeit, deren Transparenz, deren Erklärbarkeit und deren Gestaltbarkeit. Sich selbst verändernde algorithmische Systeme sind ab einer gewissen Stufe der Datentransaktionen weder durch die IT-Teams noch durch Anwendungsgruppen gestaltbar.
Aus den jahrzehntelangen Diskursen des „Forum Soziale Technikgestaltung“ ergeben sich Schlussfolgerungen, die sowohl den bisherigen Gestaltungsansatz wie auch dessen zugrundeliegende bewusstseinsförderliche Haltung herausfordern. Es reicht nicht mehr aus, die Arbeitsbedingungen und Arbeitsumgebungen von Technikimplementierungen vorausschauend zu betrachten und kommende Anwenderinnen und Anwender frühestmöglich in die Reorganisation der Arbeitsprozesse mitbestimmend einzusetzen.
Die Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme, die sich durch Anwendung, d.h. durch stete fortlaufende Datenverarbeitung, selbst verändern können, muss aus ethischen, sozialen und nachhaltigen Anforderungsperspektiven heraus verbindlich vor (!) der Implementierung der ins Auge gefassten Systeme im engen Sinne des Wortes technisch gestaltet werden. Es geht nicht mehr nur um die Umgebung der Technik sondern um die Technik selbst.
Erkenntnisse des Forums Soziale Technikgestaltung
Das FST setzt sich mit seinem Ansatz „Der mitbestimmte Algorithmus“ dafür ein, die sozialen, rechtlichen, ethischen und klimabezogenen Anforderungen vor der praktischen Einführung algorithmischer Konstrukte direkt softwaretechnisch in den algorithmischen Systemen zu verankern.
Für diese innovative Gestaltungsoption bedarf es einer uneingeschränkten Aufwertung des arbeitsweltlichen Erfahrungswissens der Beschäftigten und ihrer Vertretungen. Nicht ein Transfer von Technikwissen und von Softwarekenntnissen, nicht ein Erwerb von Informatikabschlüssen oder eine Einübung von diversen Programmiersprachen bilden die Grundlage des Denkens im Sinne des Vorhabens „Der mitbestimmte Algorithmus“. Vielmehr steht die Wertschätzung menschlichen Erfahrungswissens auf gleicher Augenhöhe zum IT-Fach- und Sachwissen im Zentrum.
Im zumeist interessengeleiteten Diskurs über die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ wiederholen sich die Argumentationen, dass Technik neutral sei. Akademisch-wissenschaftliche Erkenntnis sei unabhängig. Der vorhandene Wunsch nach Autonomie tritt jedoch vermehrt hinter Impulsen einer Drittmittelförderung zurück. Der korporativ angelegte Verbund von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft beispielhaft in Gestalt des baden-württembergischen „Cyber Valley“ als Replik auf das US-amerikanische „Silicon Valley“ stellt dabei schon selbst die „Neutralität“ in Frage.
Zweifellos realisieren sich Grundlagenforschung, Angewandte Forschung und Technikentwicklung nicht in einem wertefreien Raum. Jedes Arbeiten ist zeitgebunden, zeit- sowie raumbezogen. Stets fließen gesellschaftliche Werte, ethische Vorstellungen, kulturelle Auffassungen und Interessen in das Tätig-Sein ein. Technik ist im gesellschaftlichen Sinne immer politisch. Von daher muss auch ein algorithmisches Steuerungs- und Entscheidungssystem als politisches Gegenwartsprodukt verstanden werden.
Wie in einer guten Demokratie Interessenslagen und Einflussnahmen transparent zu kennzeichnen sind, so müssen auch in der Technikgestaltung Interessen offengelegt und pluralisiert werden, um sie einem demokratischen Verfahren zu unterwerfen. Der Algorithmus als Ausdruck gesellschaftlicher Wahrnehmung ist politisch. Angeleitet davon, muss auch ein zu pluralisierender Gestaltungsablauf als politisches Momentum gefasst werden. So besehen ist auch eine Nicht-Gestaltung Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse.
Aus Sicht des FST gilt es, die Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme gerade nicht als „neutralen“ Aspekt der Modernisierung sondern als gesellschaftspolitischen Anspruch zu begreifen. Dieser gesellschaftspolitische Impuls gebiert zugleich die Spannung von ungleichzeitigen Bewusstseinsstufen und antizipierendem Möglichkeitsbestreben. Die Austragung dieser Spannung benötigt einen bestimmten Ort.
Zur Aufhebung der dialektischen Spannung innerhalb der Technikgestaltungsprozesse und zur Demokratisierung widersprüchlicher Bewusstseinspositionierungen schlägt das FST einen speziellen Zeitpunkt und einen besonderen Ort für partizipativ-mitbestimmtes Technik-Design vor: „Der Moderierte Spezifikationsdialog“ ist das sozialinnovative Format innerhalb des geregelten Vorgangs der betrieblichen Mitbestimmung.
Die Aufwertung des arbeitsweltlichen Erfahrungswissens, die Ungleichzeitigkeiten antizipierenden Bewusstseins, die Pluralisierung von Akzeptabilitäten anstelle von Akzeptanzen, die Identifizierungen von differierenden Möglichkeitsperspektiven, die Aushandlungen zwischen Interessensbekundungen sowie die vorwärtsdrängende Demokratisierung des Digitalen finden in diesem Format in Gleichzeitigkeit zusammen. Dieses folgt dem Ziel, algorithmische Systeme nicht nur an bloßen technikzentrierten „Requirements“ zu orientieren. Es geht vielmehr darum, ganzheitliche Formgebungen (Design) des digital Neuen an den sozialen, ethischen, rechtlichen und klimaschützenden Anforderungen entlang vereinbarter Kriterien verbindlich auszurichten und zu regeln. Dabei reicht die Formel von der „Menschenzentrierung der Technik“ nicht aus, denn auch eine Entlassung ist ein menschenzentrierter Akt.
Neben der Verortung dieses Formates im betrieblichen Einführungsprozess bedarf es zugleich einer zeit- und phasenbezogenen Einordnung. Angesichts der zunehmenden Relevanz der sich selbstverändernden algorithmischen Softwaresysteme in Wertschöpfungsketten muss die zeitliche Platzierung vor der Technikimplementierung und vor der Experimentierphase erfolgen. Am besten sollte der Einstieg in die Spezifikationsdialoge sogar schon in der Konzeptionsphase softwaretechnischer Szenarien verankert werden.
Verbalisierung von Erfahrungswissen als Herausforderung
Eine besondere Herausforderung stellt sich in der Verbalisierung von Erfahrungswissen. Die Akteure des Erfahrungswissens haben in der Vergangenheit häufig allgemein plakativ argumentiert. Der Wunsch nach einer „ethischen Software“ zum Beispiel ist zwar zu recht artikuliert, aber in keinem Falle ausreichend. Die „Erfahrungsseite“ im Dialog kennt implizit und explizit die arbeitsweltlichen Abläufe und Prozesse. Einen solchen Erfahrungsschatz gilt es, sprechbar zu machen und die ungleichzeitigen Hoffnungen wie auch Befürchtungen intern demokratisch auszutarieren, bevor sie Teil des offiziellen Dialoges werden.
„Moderierte Spezifikationsdialoge“ stellen für Beschäftigte wie auch für Führungskräfte Herausforderungen dar, denn die Dialoge fragen auch nach der Zukunft von Technikfolgen und handeln vorausschauend präventiv. Neben die Ungleichzeitigkeiten im gegenwärtigen Bewusstsein tritt das in Gleichzeitigkeit agierende ungleichzeitige Möglichkeitsbewusstsein für das kommende Handeln.
Technikgenese und Technikgestaltung durchlaufen zumeist iterative Themenschleifen, die auch auf das Verfahren der Spezifikationsdialoge Rückwirkungen zeitigen. Nimmt man den Kern der SCRUM-Logik als im Innern iterative Methode ernst, muss dieser Ansatz auch in die Spezifizierungsverfahren Eingang finden. In der Iteration äußern sich selbst wieder ungleichzeitige Bewusstseinsperspektiven. Unabdingbar gehört dazu die Bereitschaft zu interdisziplinärer Analyse und Perspektive.
Soziale Technikgestaltung fußt auf einem kooperativen Handlungsverständnis. Es bedarf der Offenlegung von Interessen und der Aushandlung im betrieblich-mitbestimmten Alltag. Letztlich muss nach dem Austragen von Widersprüchen eine zweiseitig handhabbare Lösung gefunden und schriftlich festgehalten werden. Widerstrebende Interessen und konsensuelle Anforderungen finden trotz der Identifikation von Herrschaftsstrukturen zu einer Praxis vorwärtstreibender Lösungen.
In einem mehrjährigen Verfahren hat die Beschäftigtenvertretung der Landeshauptstadt Stuttgart mit Unterstützung des FST dem öffentlichen Arbeitgeber die rechtsverbindliche Installation von Spezifikationsdialogen als Teil des Mitbestimmungsprozesses abgerungen. In einer „Rahmendienstvereinbarung zur Digitalisierung und Informationstechnik“ verständigten sich im Sommer des Jahres 2022 der Gesamtpersonalrat und der Oberbürgermeister der Stadt auf eine epochale Neuerung der Technikgestaltung und Technikeinführung. Die technikaffinen Personalräte plädieren für eine Beschleunigung und Vereinfachung von Implementierungen algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme. Zugleich verankern sie die Ausweitung einer unzureichenden Mitbestimmung hin zu einem realen Veto-Recht im Falle eines Dissenses während der Spezifikation: „Wenn die Personalvertretung dem Antrag bei Erfordernis einer Zustimmung nicht zustimmt, dann kann die Anforderung / der Change nicht umgesetzt werden.“ Damit setzt die Beschäftigtenvertretung einem Technikdeterminismus die Kraft eines arbeitsweltlichen, selbstbewussten Prozesserfahrungswissens entgegen. Das Bearbeiten des Ungleichzeitigen hat einen Ort und eine Zeit gefunden. Das bislang Reaktive wandelt sich zum prospektiven Initiativrecht.
Ganzheitliche Reflexionsfähigkeit als Schlüssel
Der digitalen Zersplitterung von Erfahrung gilt es, die Ganzheitlichkeit menschlicher Erfahrungs-, Lern- und Arbeitswelten gegenüber zu positionieren. Digitale Daten repräsentieren im „Prinzip Assistenz“ immer Vergangenheit. Im „Prinzip Delegation“ erheben sie am Mensch vorbei den Anspruch, Zukunft antizipieren zu wollen. Die delegativen Zukunftsszenarien aber sind immer nur sektoral. Sie können nicht ganzheitlich sein. Hier liegt die Stärke der Reflexionsfähigkeit des Menschen und seines antizipierenden Bewusstseins. Was dem Menschen zeitweise fehlt, ist die Ermutigung.
