spw-Mitherausgeber Klaus Dörre über die Wahl in Thüringen

Der spw-Mitherausgeber Klaus Dörre hat dem ZDF ein Interview gegeben, in dem er die Landtagswahl in Thüringen analysiert. Das gute Abschneiden der Linkspartei führt er auch darauf zurück, dass die Wähler*innen im Land taktisch gewählt haben und der Partei ihre Stimme gegeben haben, die „am ehesten garantiert, dass die AfD nicht die stärkste Partei wird“. Ein weiterer Grund für den Erfolg der Linkspartei sei, dass die Linke unter Bodo Ramelow sich in der vergangenen Legislaturperiode stark in die Mitte bewegt habe.

Aufgrund des Strukturwandels in der Autoindustrie sei insbesondere in Westthüringen die Zustimmung zur rot-rot-grünen Regierung deutlich gesunken. Dörre verweist darauf, dass es der IG Metall dort nicht mehr gelungen sei, einen Wahlaufruf für diese Koalition durchzusetzen. Das mäßige Abschneiden der Grünen erklärt Dörre damit, dass die Partei es versäumt hat, ihre ökologischen Forderungen mit einer sozialen Komponente zu verknüpfen. Mit Blick auf die aktuellen Koalitionsoptionen kann Dörre sich die Bildung einer Minderheitsregierung vorstellen, „bei der sich ein Regierungschef wechselnde Mehrheiten sucht“. Schließlich verweist Dörre noch darauf, dass es in Thüringen große Sympathien für die direkte Demokratie gibt. „Die Vorstellung, dass man mit direkter Demokratie Volkswille besser durchsetzen kann, ist stark ausgeprägt.“

Das vollständige Interview ist online abrufbar unter: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/thueringer-wollen-direkt-mitmischen-interview-mit-soziologe-doerre-zur-wahl-100.html