Demokratische Innovation im digitalen Zeitalter

Gemeinsames Seminar des Sozialistischen Forums Rheinland und der Zeitschrift für Sozialistische Politik und Wirtschaft (spw)

Beginn: 31.10.2015, 11.00 Uhr

Ende: 01.11.2015, 15.00 Uhr

Ort: Walberberg bei Bornheim

Die Digitalisierung ist allgegenwärtig: „Industrie 4.0“, „Big Data“ und „Internet of Things (IoT)“ sind die Zauberworte, die die Zukunft verheißen. Neue Basistechnologien in Information und Kommunikation (z.B. Mikrochip, Internet), Pharma, Biotech und erneuerbaren Energien werden durch staatlich finanzierte Forschung bereitgestellt und auf breiter Basis privatkapitalistisch vermarktet. Die Richtungsentscheidungen werden von staatlichen Stellen oder Konzernen im stillen Kämmerlein weitab von demokratischer Kontrolle getroffen. Welche demokratischen Potentiale bietet die innovative Technologie? Welche Ansatzpunkte für die Transformation des heutigen Kapitalismus ergeben sich daraus? Wie kann der Innovationsprozess von links (mit)gestaltet werden?

Auf diesem Seminar wollen wir

  • das demokratische und sozialistische Potential des Innovationsprozesses diskutieren
  • uns einige dabei hilfreiche theoretische Werkzeuge aneignen
  • eigene Ansprüche an die gesellschaftliche Innovation artikulieren
  • uns kritisch mit dem von Bundesregierung, Unternehmerverbänden und den Industriegewerkschaften getragenen Projekt „Industrie 4.0“ auseinandersetzen.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wir wollen miteinander lernen und diskutieren. Wer sich vorbereiten möchte, erhält Literaturempfehlungen. Wir streben eine inhaltlich gehaltvolle und methodisch abwechslungsreiche Tagung an. Schön fänden wir es, wenn drei oder vier Teilnehmer ein kurzes Input zu einem inhaltlichen Aspekt vorbereiten (auch dazu mehr bei Anmeldung). Es sind auch Vorträge hochkarätiger Referenten aus Wissenschaft und Gewerkschaft eingeplant. Daneben wollen wir natürlich viel diskutieren und in Gruppenarbeit unsere eigenen Ansprüche an demokratische Innovation formulieren.

Das Sozialistische Forum Rheinland und die Zeitschrift für Sozialistische Politik und Wirtschaft haben gemeinsame Wurzeln. Dafür stehen insbesondere die „53 Thesen für den modernen Sozialismus“, die schon 1989 das Thema Innovation und Demokratie in heute noch lesenswerter Weise behandelten.


Seminarprogramm

31.10.2015

11.00 – 13.00 Uhr Begrüßung, Kennenlernen und erste Einstimmung ins Thema

14.00 – 16.00 Uhr Vorbereitete Teilnehmerinputs mit Diskussion zu den Themen

  • Lange Wellen von Innovation und Investition und „kreativer Zerstörung“
  • Wieso ist Innovation profitabel? Innovation und Monopolrenten
  • Die Rolle des Finanzkapitals bei der Initialisierung langer Welle des Investition
  • Die zwiespältige Rolle des Staats als Innovationspionier

16.30 - 18.00 Uhr Peter Brödner: Humanzentrierte versus technologiezentrierte Innovation – der immer neue Kampf um die Innovations-Paradigmen

Prof. Dr. Peter Brödner ist Maschinenbauer und Professor an der Siegen. Er ist Experte für humanzentrierte Innovation und Arbeitspolitik und ausgewiesener Kritiker technologiezentrierter Innovationskonzepte.

19.00 -20.30 Das Potential der wissenschaftlich-technischen Revolution für einen modernen Sozialismus und die Diskussion um die „53 Thesen“, Input: Uwe Kremer

Uwe Kremer ist Koautor der „53 Thesen für den modernen Sozialismus“ und Mitherausgeber von SPW.

Anschließend gemütlicher Ausklang

01.11.2015

9.00 – 11.00 Uhr Chancen und Ansprüche an demokratische Innovation (Gruppenarbeit)

11.15 – 13.00 Uhr Sozialpartnerschaft 4.0? - Chancen und Gefahren des Projekts „Industrie 4.0“

Vortrag und Diskussion mit Konstanze Kurz (IG Metall)

Die IG Metall arbeitet mit der Bundesregierung und den Arbeitgebern im Projekt „Industrie 4.0“ an der Digitalisierung der deutschen Industrieproduktion. Konstanze Kurz leitet verantwortlich die Projektbeiträge der IG Metall.

14.00 – 15.00 Uhr Abschluss und Ausblick

15.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Ort:

Jugendakademie Walberberg, Wingert 1, 53332 Bornheim

Anmeldung:

Anmeldungen nur schriftlich bitte möglichst bis zum 04.09.2015. Die Anmeldung ist gültig und verbindlich, wenn der Teilnahmebeitrag gezahlt ist. Der Teilnahmebeitrag beträgt 50 Euro / 25 Euro (ermäßigt). Wir bieten auf Anforderung eine Kinderbetreuung an. Bei der Anmeldung bitte Anzahl und Alter der Kinder angeben. Die Kosten trägt der Verein.

Wir behalten uns vor, bei kurzfristiger Nicht-Teilnahme die anfallenden Ausfallgebühren (62,50 Euro) in Rechnung zu stellen.

BankverbindungKontoinhaber: Kulturverein 

Sparda-Bank West – IBAN DE93 3706 0590 0000 6124 05 

Kontakt und weitere Infos:

E-Mail: info @ sf-rheinland.de / Telefon: 0221-885299