Aktuelle Ausgabe: spw 179
Gesundheitsgerecht - Soziale Gesundheitspolitik und -wirtschaft
- Inhalt Heft 179
- Michael Vester - Lehrstück Hamburg: Mobilisierung der Privilegierten oder Mobilisierung der Mitte?
- Klaus Staeck - Für mich ist Kunst gleichzeitig Geheimnis und Geheimnisverrat
- Felix Welti - Einleitung zum Schwerpunkt: Gesundheitsgerecht -Soziale Gesundheitspolitik und -wirtschaft
- Uwe Kremer - Gesundheit – Wirtschaft – Innovation Aspekte eines integrierten linken Diskurses
- Bernard Braun, Joachim Larisch - Gesundheitswirtschaft als Beschäftigungsmotor oder Gesundheitsrisiko?
- Karl Lauterbach, Markus Lüngen - Finanzierung und Versorgungsqualität
- Stefan Greß, Simone Leiber - Kopfpauschalen in der Gesetzlichen Krankenversicherung: Eine kritische Analyse auf der Basis internationaler Erfahrungen
- Marco Bülow - Crossover-Projekt Zukunftsvertrag
Der verteilungspolitische Konflikt, der neben der Verteilung zwischen Arbeit und Kapital, die Umverteilung unter den Beschäftigten auch die Solidarität mit chronisch kranken und behinderten Menschen betrifft, ist nicht unmodern. Er ist auch heute wieder zu führen. Hinter der Verteilungspolitik sind immer wieder Fragen des Nutzens und Gebrauchswerts von Gesundheitsleistungen in den Hintergrund getreten. Gesundheit und Gesundheitsleistungen sind Voraussetzung anderer Lebensbereiche. Sie sichern die Arbeitskraft und ihre Reproduktion. Schon insoweit ist ein soziales Gesundheitswesen nicht nur Konsumtion anderswo erwirtschafteten Produkts, sondern zugleich Voraussetzung ökonomischer Reproduktion. Gesundheit ist auch deshalb keine nur individuelle Frage, sondern steht am Schnittpunkt von Mensch und Gesellschaft. Die Art, wie wir arbeiten und leben, bestimmt darüber, was wir für krank und gesund halten und wer wie krank und gesund wird. Diese Dimension von „Public Health“ in Erinnerung zu bringen, ist eine Aufgabe fortschrittlicher Gesundheitspolitik. In den letzten Jahren ist ein neuer Punkt hinzugetreten: Zunehmend wird die Produktion von auf Gesundheit bezogenen Dienstleistungen und Waren nicht mehr nur unter dem Gesichtspunkt der Kosten und Gebrauchswerte, sondern auch als ökonomische Größe gesehen. Dabei geht es zum einen um jenes gute Zehntel der Beschäftigten in Deutschland, die daran arbeiten – sei es in Krankenhäusern und Arztpraxen, sei es in Pflege und Rehabilitation, sei es in pharmazeutischen Unternehmen oder im Gesundheitshandwerk. Zum zweiten geht es um den Profit, der von und mit ihnen erwirtschaftet werden kann. „Gesundheitswirtschaft“ ist zum Reizwort geworden.
Weitere Meldungen:
Zum Tod von Tony Judt
von Tim Rohardt
Am 6.8. ist Tony Judt, der Direktor des Remarque Institute an der New York University an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Der britische Historiker und Kenner noch der kleinsten Verästelung des linken Diskurses in Europa hat sich bis vor Kurzem mit Vehemenz in die politische Debatte um soziale Gerechtigkeit und die Rolle des Staates eingebracht. » weiterlesen
Crossoverprojekt Zukunftsvertrag
von Marco Bülow
Die GRÜNEN fordern den „Green New Deal“, - Katja Kipping von den Linken setzt dagegen lieber auf einen „Red-Green-Deal“. Dazu eine Antwort von Marco Bülow (SPD MdB, Mitglied im ISM)
Frei nach dem Motto von Jürgen Habermas: „Idealismus ohne Illusionen“ sollte ein solches Projekt visionär, aber dennoch realisierbar sein. Es muss zentrale Politikfelder umfassen und zusammenbinden. Ziel sollte eine radikale Veränderung unseres Finanz- und Wirtschaftsystems sein, weil wir nur so die steigende soziale Schieflage und die wachsende Krisen- und Risikogefahr bekämpfen können. » weiterlesen
Der Frühling ist da!
Crossover-Ausgabe zu Chancen und Fallstricken linker Regierungspolitik
Die neue Ausgabe des prager frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus ist frisch aus dem Druck. Unter dem Stichwort „Crossover“ sprechen VertreterInnen aus Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und Politik über die Chancen und Fallstricke linker Regierungspolitik. Es diskutieren mit: Alex Demirović, Robert Zion, Andrea Ypsilanti, Martin Sonneborn und viele mehr. » weiterlesen
